Gefühle, primär und sekundär



Auch: Emotionen


Primäre Gefühle sind unsere „tieferen“ Gefühle. Es sind die, die unserem Handeln zugrunde liegen. Nicht immer sind unsere primären Gefühle für uns selbst oder andere direkt ersichtlich. Häufig sind es „weiche“ Gefühle, wie z.B. Angst oder Traurigkeit. Es kann beängstigend sein, diese Gefühle direkt auszudrücken. Deshalb kaschieren oder überdecken wir sie häufig mit sogenannten sekundären Gefühlen, indem wir uns nach außen anders zeigen als wir tief im Inneren empfinden - beispielsweise indem wir wütend und anklagend oder gleichgültig und gereizt reagieren, obwohl wir uns eigentlich verlassen und einsam fühlen.

Durch unsere sekundären Gefühle geraten wir schnell in negative Muster mit unserem Partner -  denn dieser kann dann nicht erkennen, wie es uns wirklich geht, sondern bekommt beispielsweise das Signal: „du bist nicht gut genug“ oder  „du bist mir egal.


Primäre Gefühlen

  • Angst: bringt uns dazu, uns und andere zu schützen
  • Überraschung: bringt uns dazu, innezuhalten und neue Situationen aufzunehmen
  • Wut: bringt uns dazu, einer wahrgenommenen Bedrohung entgegenzutreten
  • Traurigkeit: bringt uns dazu, Trost zu suchen
  • Scham: bringt uns dazu, uns zu verstecken, um nicht gesehen zu werden
  • Freude und Glück: bringen uns dazu, positiv auf andere zuzugehen

Sekundäre Gefühlen

  • Frustration oder Wut: z.B. infolge von Traurigkeit
  • Unsicherheit: z.B. infolge von Angst vor Ablehnung
  • Hilflosigkeit: z.B. wenn Du nicht weißt, wie Du anderen deine Wut zeigen kannst
  • Reizbarkeit
  • Ängstlichkeit
  • Niedergeschlagenheit
  • Scham
  • Verzweiflung
  • Resignation
  • Gefühlslosigkeit und Distanziertheit

Umgang mit primären und sekundären Gefühlen

 

  • Setze dich mit allen Gefühlen auseinander, die auftauchen. Wende dich ihnen zu und richte deine Aufmerksamkeit auf dein Inneres. Wenn du sie nicht beachtest, werden sie nicht verschwinden, sondern oft nur stärker.
  • Versuche stets, zwischen primären und sekundären Gefühlen zu unterscheiden, die sich bei dir und deinem Partner zeigen.
  • Versuche auch deinen Partner dazu anzuregen, über seine Gefühlen zu sprechen. So könnt ihr einander besser nachvollziehen und unterstützen.
  • Versuche, die Auslöser für deine Gefühlen zu erkennen und zu beschreiben. Achte dabei darauf, über deine Wahrnehmung zu sprechen und deinem Partner keine Vorwürfe zu machen, wenn ihr darüber sprecht.
  • Stelle dich deinen Ängsten und deiner Traurigkeit. Mache kleine Schritte und suche die Unterstützung deines Partners.

Wenn du Schwierigkeiten dabei hast, deine primären und sekundären Gefühlen zu identifizieren und voneinander zu trennen, kann es hilfreich sein, die Hilfe eines Paartherapeuten aufzusuchen.