Bindungstheorie


Die Bindungstheorie ist eine der einflussreichsten psychologischen Theorien der letzten Jahrzehnte. Beispielsweise hat sie entscheidend dazu beigetragen, dass heute Eltern ihre Kinder bei Krankenhausaufenthalten begleiten dürfen. Sie beschäftigt sich mit dem Einfluss wichtiger Bindungsbeziehungen auf unser Leben und unsere Entwicklung "von der Wiege bis zur Bahre" (Bowlby, 1988).

Eine der Hauptaussagen ist, dass wir uns dann sicher und frei in der Welt bewegen können, wenn wir eine "stabile Basis" haben - einen oder mehrere Menschen, die für uns ein Anker sind - ein sicherer Hafen zu dem wir zurückkehren können, wenn wir uns bedroht fühlen. Menschen von denen wir wissen, dass sie für uns da sind und dass wir ihnen wichtig sind - die sich für unsere innere Welt interessieren - egal was kommt - die uns zuverlässig Geborgenheit und emotionale Unterstützung geben.

Kinder, die sich sicher mit ihren primären Bezugspersonen fühlen, wagen sich weiter hinaus und haben Mut Neues auszuprobieren, ohne dabei jedoch den Kontakt zur Bindungsperson zu verlieren (beispielsweise gehen sie spielen, vergewissern sich aber zwischendurch durch Blicke, zeigen ihr Spielzeug usw.).

Je älter wir werden, desto mehr werden Bindungspersonen "internalisiert", das heißt, es entwickelt sich ein Gefühl von Urvertrauen, oder - wenn haltgebende soziale Interaktionen gefehlt haben - Misstrauen und Unsicherheit. Typisches Verhalten bei Unsicherheit sind Klammern oder Auf-Distanz-Halten.

Mehr Informationen findet ihr unter Bindungsstile.


Dieser Film über ein kleines Mädchen im Krankenhaus aus dem Jahr 1952 war eine wichtige Anregungen für die Weiterentwicklung der Bindungstheorie.


„Wir leben in der Geborgenheit, die wir bei einander finden.“

– Keltisches Sprichwort